Ambulante Infusionstherapien

  • Spezialisten der Homecare-Unternehmen gewährleisten eine individualisierte Betreuung.

    Download: Versorgung von Betroffenen mit Infusionstherapien

    1. Parenterale Ernährung
    Der Begriff parenteral kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „unter Umgehung des Darmes“ (durch subkutane, intramuskuläre oder intravenöse Injektion bzw. Infusion).
    Parenterale Ernährung (PE) kommt bei allen Patienten in Frage, die z. B. über einen längeren Zeitraum (drei Tage und mehr) nicht ausreichend enteral ernährt werden können. Sie ist oft die einzige Möglichkeit, den Ernährungsstatus der Patienten zu verbessern und kann damit eine lebensrettende und lebenserhaltende Funktion haben.
    Dies betrifft Patienten, die an akuten Krankheiten des Magen-Darm-Traktes, wie beispielsweise einem Darmverschluss (Ileus) leiden. Aber auch Patienten, bei denen im Rahmen einer Operation neue Verbindungen im Magen-Darm-Trakt (Anastomosen) angelegt worden sind, werden in den ersten Tagen nach der Operation zur Entlastung der neu geschaffenen Verbindung auf diese Art und Weise ernährt.
    Neben chronischen Darmentzündungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), gehen Krebserkrankungen sehr häufig mit einem ungewollten und gravierenden Gewichtsverlust einher. Viele Krebserkrankungen werden begleitet von massiver Appetitlosigkeit, Übelkeit und Diarrhö, oft verursacht und verstärkt durch eine Chemotherapie.
    Bei einem ungewollten Gewichtsverlust geht vor allem Muskulatur verloren und die Belastbarkeit der Betroffenen ist deutlich reduziert. Die Anfälligkeit für Infektionen nimmt zu, Heilungsprozesse verlangsamen sich.
    Sofern man rechtzeitig mit der parenteralen Ernährung beginnt, lässt sich die Dauer der Infusionstherapie erfahrungsgemäß verkürzen. Defizite können schneller behoben und der Ernährungszustand des Patienten verbessert oder erhalten werden.

    Bei der parenteralen Ernährung werden Flüssigkeit und Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette in der Regel über einen zentralvenösen Zugang direkt in den Blutkreislauf infundiert. Die Bestandteile der Infusionslösungen sind bereits so aufbereitet, dass sie im Körper problemlos verstoffwechselt werden können. Auch die tägliche Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen kann während der parenteralen Ernährung erfolgen. Die unterschiedlichen Lösungen zur parenteralen Ernährung können an die jeweiligen Bedürfnisse der Patienten angepasst werden, unter Berücksichtigung von Grund-, bzw. Begleiterkrankung und Körpergewicht.

    Die Ziele der parenteralen Ernährungstherapie sind unter anderem:

    • Therapie einer Mangel- und Fehlernährung
    • Gewichtsverlust verhindern/reduzieren und Ernährungszustand stabilisieren
    • Reduktion von Nebenwirkungen und bessere Verträglichkeit der Therapie
    • Aufrechterhaltung der Mobilität und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben
    • Erhalt/Verbesserung der Lebensqualität

    Parentale Ernährung zu Hause
    Sich täglich ausreichend zu ernähren und ausreichend zu trinken, ist lebensnotwendig. Es hilft dabei, Abwehrkräfte zu mobilisieren, das Wohlbefinden zu stabilisieren, den Genesungsprozess zu fördern sowie die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit aufrecht zu erhalten.

    Eine plötzliche Erkrankung, oder die damit verbundenen Begleitumstände (wie Übelkeit, Erbrechen, Verdauungs- und Resorptionsstörungen), erlauben vielen Betroffenen nicht mehr alle lebensnotwendigen Nährstoffe sowie Flüssigkeit bedarfsdeckend auf normalem, oralem Wege zuzuführen. Die parenterale Ernährung kann Patienten helfen, auch belastende Therapien zu bewältigen.

    Moderne Produkte sowie eine kompetente, qualifizierte Beratung und Betreuung durch Spezialisten der Homecare-Unternehmen stellen sicher, dass diese Form der Ernährungstherapie auch zu Hause problemlos durchgeführt werden kann. Hierbei nehmen Homecare-Unternehmen durch ihre besondere Qualifikation eine Schlüsselfunktion ein, da sie die verschiedenen Versorgungsbedarfe des Patienten verbinden.


    2. Schmerztherapie
    Die Homecare-Schmerzspezialisten begleiten onkologische und chronische Schmerzpatienten bei der Schmerztherapie der WHO-Stufe III b (subcutan oder intravenös) mit Hilfe der PCATherapie (PCA = Patient Controlled Analgesie). Hierbei wird mit einer kleinen tragbaren PCA Pumpe kontinuierlich aber auch bei Bedarf (Bolus) ein nach individueller Berechnung hergestelltes Medikamentenreservoir appliziert. Das Medikamentenreservoir wird unter Reinraumbedingungen mit vom Arzt verordneten Opiaten und Co Analgetika befüllt.

    Schmerzdefinition
    „Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potentieller Gewebsschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird“ (nach International Association for the Study of Pain). 60 bis 90 Prozent der Schmerzen werden direkt vom Tumor verursacht.

    Tumorschmerzarten
    1. Knochenschmerzen:
    • Knochentumore & Metastasen im Knochengewebe
    • Wachstumsdruck
    • Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen (Prostaglandine)

    2. Nervenschmerzen:
    • Infiltration von Nervenbahnen
    • Ausfallerscheinungen (Gefühlsstörung, Lähmung)

    3. Eingeweideschmerzen:
    • Verdrängung von inneren Organen
    • Erregung von Rezeptoren (in Organen oder im umgebenden Gewebe)

    4. Organschmerzen:
    • Infiltration der Tumorzellen im betroffenen Organ

    5. Schmerzen durch Sauerstoffmangel:
    • Infiltration oder Komprimierung des Blutgefäßes
    • Sauerstoffmangel → Botenstoffe → „Herzinfarktschmerz“

    6. Schmerzen durch Antitumortherapie:
    • Operation
    • Bestrahlung
    • Zytostatikatherapie (z.B.: Hand-Fuß Syndrom)

    Leistungen in der Schmerztherapie
    • schnelle Übernahme des Schmerzpatienten in den ambulanten Bereich
    • Berechnung der Reservoirbefüllung
    • Beschaffung der Hilfs- und Arzneimittel
    • Anleitung des Patienten und des Pflegedienstes im ambulanten Bereich
    • Einweisung des Pflegedienstes in die PCA-Pumpe bei Bedarf nach MPG
    • Dokumentation
    • Symptomkontrolle
    • Therapieüberwachung
    • Schnelle Reaktion bei notwendigen Anpassungen

    Vorteile
    • fachlich ausgebildetes Personal mit regelmäßiger Fortbildung und/ oder Weiterbildung zur Pain Nurse, algesiologischer Fachassistenz, Palliativ Care-Fachkraft (z.B. Palliative Care, M.Sc., Dresden International University)
    • Rückmeldungen zum Therapieverlauf und ggf. kontinuierliche Anpassungen mit Hilfe der Schmerzmessungen und Verlaufsprotokoll nach Expertenstandard (Kommunikation mit dem behandelnden Arzt)
    • Schnelle & bequeme Belieferung mit Applikationstechnik und den vom Arzt verordneten Arzneimitteln
    • Rund um die Uhr erreichbar, 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag

    Ziele der PCA Therapie:
    • Schmerzlinderung
    • Reduktion von Nebenwirkungen der Opiat-Therapie
    • Erhalt/Verbesserung der Lebensqualität
    • Aufrechterhaltung der Mobilität
    • Teilnahme am gesellschaftlichen Leben


    3. Immunglobulintherapie
    Als Antikörper (Immunglobuline) bezeichnet man Proteine aus der Klasse der Globuline. Diese werden in Wirbeltieren als Reaktion auf bestimmte Stoffe, so genannte Antigene, gebildet. Antikörper, die von einer Klasse von weißen Blutzellen, den B-Lymphozyten, produziert werden, stehen im Dienste des Immunsystems.

    Bei Immunerkrankungen unterscheidet man zwischen
    • angeborenen Immunerkrankungen und
    • erworbenen Immunerkrankungen.

    Wenn Immunglobuline fehlen, kann die Behandlung wie folgt erfolgen:
    • intravenöse (i.v.) Gabe in der Klinik oder in Ambulanzen oder
    • subkutane (s.c.) Gabe im ambulanten Bereich durch geeignete Homecare-Mitarbeiter.

    Leistungen
    • Homecare-Unternehmen stellen die Technik zur Verfügung: mobile handliche Infusionspumpe, Subcutannadel und weitere Hilfsmittel.
    • Bei der Umstellung von intravenöser Immunglobulintherapie auf die subkutane Applikation stehen Homecare-Unternehmen in engem Kontakt zu zum behandelnden Arzt und begleiten den Patienten bei der Umstellung.
    • Anleitung des Patienten im ambulanten Bereich mit der Technik und den Hilfsmitteln.
    • Regelmäßige Überprüfung der Pumpen.
    • Auf Wunsch des Patienten übernimmt das Homecare-Unternehmen die schnelle und bequeme Koordination der Belieferung mit Immunglobulinen durch die Apotheke.
    • Bei eventuellen Infektionen stehen examinierte Gesundheitsschwestern und -pfleger als Ansprechpartner und Berater zur Seite, die intensiv im Umgang mit angeborenen Immunerkrankungen geschult sind. Vorteile der s.c.

    Gabe im ambulanten Bereich
    • Therapie kann im keimarmen häuslichen Umfeld durchgeführt werden, d.h. keine zeitaufwendigen ambulanten oder stationären Aufenthalte.
    • Durch s.c. Gabe wird eine gleichmäßigere Abgabe des Medikaments erreicht.
    • Durch die häufigere s.c. Gabe wird ein gleichmäßigerer Plasmaspiegel erreicht.
    • Selbstbestimmung des Behandlungszeitpunktes, dadurch bessere Vereinbarkeit mit der beruflichen Tätigkeit oder der Schule.
    • Volkswirtschaftlicher Nutzen durch geringere Arbeitsausfälle.
    • Bessere Vereinbarkeit mit privaten Interessen.
    • Kurz: Durch die s.c. Gabe zu Hause entsteht eine wesentlich höhere Lebensqualität.

    Patientengeschichte: Ein Leben dank und mit parenteraler Ernährung
    Bei der Geburt war Patient S. als Baby medizinisch unauffällig und erschien gesund. Bereits nach wenigen Tagen zeigten sich jedoch Probleme in der Verträglichkeit der Muttermilch. Er kam in die Unikinderklinik. Hilflos standen die Eltern neben ihm. S. war in fast senkrechter Lage in einem so genannten „Speibettchen“ festgebunden - mit Nasensonde und immer nur schlafend. Die Eltern durften ihn nicht einmal auf dem Arm halten. Nach sechs Wochen wuchs die Verzweiflung so sehr, dass es seine Eltern nicht mehr aushalten konnten und ihn auf eigene Verantwortung mit nach Hause nahmen. Zwar blieb er ein sogenanntes „Speikind“, aber dennoch entwickelte er sich vollkommen normal. Mit zwei Jahren war S. ein fröhliches Kind...

    Weiterlesen
  • HomecareNews No. 4 "Infusionstherapie"

    Lesen Sie hier die vierte Ausgabe des Homecare-Newsletters, diesmal zum Thema "Infusionstherapie".

    Download

©1999 - 2017 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik