Moderne Wundversorgung

Versorgung von Betroffenen mit Produkten zur modernen Wundversorgung

Ca. 4 Millionen Betroffene leiden unter chronischen Wunden wie:
  • Diabetischem Fußsyndrom
  • Dekubitus
  • Ulcus Cruris u.a.

Wundexperten in der Homecare-Versorgung unterstützen eine indikationsgerechte Therapie und verbessern den Heilungsprozess bei ca. 2 Millionen Betroffenen.

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Was bedeutet Wundversorgung?
Die Behandlung chronischer Wunden im ambulanten Bereich ist oft mit großen Herausforderungen verbunden, die sowohl medizinischer als auch pflegerischer Natur sind. Als erschwerender Faktor kommt hinzu, dass überwiegend ältere Menschen mit vorliegender Komorbidität von Problemwunden belastet sind. Die Behandlung chronischer Wunden
erfordert deshalb ein gezieltes Therapieregime mit Wundversorgungsprodukten, die für eine phasengerechte und hydroaktive (moderne) Wundversorgung geeignet sind und individuell an dies Bedürfnisse des Patienten angepasst sein sollten.

Was ist der Unterschied zwischen traditioneller und hydroaktiver (moderner) Wundversorgung?
Die traditionelle Wundversorgung wird in der Regel mit „trockener Wundversorgung“ gleichgesetzt. Es werden üblicherweise Mullkompressen oder befeuchtete Gaze eingesetzt, die in der Wunde austrocknen und mit dem Wundgrund verkleben können. Bei der Verwendung vom Mullkompressen bzw. befeuchteten Gazen ist mit häufigen, täglichen Verbandwechseln zu rechnen. Damit entsteht ein erhöhtes Infektions- und Verletzungsrisiko für die Wunde und das bereits neugebildete Gewebe. Bei moderner (hydroaktiver) Wundversorgung wird in allen Wundheilungsphasen ein feuchtes Wundmilieu geschaffen und über den gesamten Heilungsverlauf aufrechterhalten.
Das feuchte Wundmilieu beschleunigt den Heilungsprozess der Wunde. Dabei ist die Wahl einer geeigneten Wundauflage einer der wichtigsten Punkte, die es zu beachten gilt.

Wie viele Betroffene gibt es?
Experten schätzen, dass ca. ein bis zwei Millionen Menschen in Deutschland unter chronischen Wunden leiden. Hierzu gehören u. a. das diabetische Fußsyndrom, Dekubitus, Ulcus Cruris. Für Patienten bedeutet eine chronische Wunde neben den körperlichen Beschwerden auch eine Einschränkung ihrer Lebensqualität. Belastend sind neben den Schmerzen auch die Geruchs- und Exsudatbelästigungen, die Einschränkung der Mobilität sowie Probleme bei der Schuh- und Kleiderwahl. Herkömmliche Mullkompressen trocknen die Wunde aus und können somit leicht mit dem Wundgrund verkleben. Konventionelle Verbände müssen zudem häufiger gewechselt werden – dadurch erhöht sich das Infektions- und Verletzungsrisiko. Eine Alternative sind moderne oder hydroaktive Wundauflagen. Doch aufgrund der bisherigen Studienlage liefen Ärzte bei der Verordnung moderner Wundauflagen Gefahr, sich Prüfverfahren unterwerfen zu müssen und ggf. in Regress genommen zu werden.

Was ist phasengerechte Wundversorgung?
Für die phasengerechte Therapie gibt es eine Vielzahl hydroaktiver Wundversorgungsprodukte, die entsprechend der Wundheilungsphase eingesetzt werden können. Hierzu gehören beispielsweise Alginate, Hydrokolloide und Hydrogele, Schaumverbände, Folien und antimikrobielle Wundauflagen. Eine Metaanalyse von über 170 Studien dokumentiert die Überlegenheit moderner Verbandmittel gegenüber traditionellen Produkten: Die Abheilungsrate mit hydroaktiven Wundauflagen ist um 52 Prozent besser als beim Einsatz konventioneller Verbandmittel. Stichworte sind hier:
  • Bessere Chance auf Heilung
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Weniger Verbandwechsel
  • Einfache und schnellere Verbandwechsel
  • Kostenvorteile

Trotz der eindeutigen Vorteile für die Patienten und Kostenträger hat sich das Konzept der phasengerechten Wundversorgung in Deutschland im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern noch nicht flächendeckend durchgesetzt.

Was sind die Leistungen der Homecare-Unternehmen?
Die phasengerechte Wundbehandlung erfordert von allen Beteiligten eine intensive Fachkenntnis über die Therapie und Versorgungsmöglichkeiten. Homecare-Unternehmen haben deshalb ausgebildete Wundfachberater eingestellt, die in Kooperation mit allen Beteiligten (Arzt, Pflegedienst, Patient, Angehörige und Fachhandel) die Wundversorgung
koordinieren und zu optimalen Ergebnissen führen.

Patientenbericht: Chronische Wunde als jahrelanges Schicksal
Seit mehr als fünfzehn Jahren leidet Helmut B. an einem Diabetes mellitus. Was seinerzeit als leichte Befindlichkeitsstörung begann hat sich in den vergangenen Jahren zu einer schwerwiegenden Erkrankung mit deutlicher Einschränkung der Lebensqualität für Helmut B. entwickelt. Ganz besonders problematisch wurde die Situation vor zwei Jahren, als sich ein akutes Fußulkus herausbildete. Trotz der Bemühungen des Hausarztes konnte die Wunde mit traditionellen Wundversorgungsprodukten nicht zur Abheilung gebracht werdenund ging damit in ein chronisches Stadium über.

Seit zirka einem Jahr hat sich nun die Versorgung von Herrn B. deutlich verbessert. Seine Kasse hat mit den lokalen niedergelassenen Haus- und Fachärzten, einem ambulanten Pflegedienst und einem Homecare-Unternehmen einen Vertrag zur „integrierten Wundversorgung“ abgeschlossen. Durch diese Vernetzung wird Herr B. nun deutlich besser versorgt und erfährt eine ganzheitliche Therapie seines diabetischen Fußsyndroms. Insbesondere die Wund-Fachberaterin des Homecare-Unternehmens analysiert den Status der Wunde und empfiehlt das individuell geeignete Wundversorgungsprodukt entsprechend der Wundheilungsphase in Absprache mit den behandelnden Ärzten. Als Konsequenz dieser integrierten Versorgung und der hydroaktiven Wundtherapie ist das diabetische Fußsyndrom von Herrn B. inzwischen nahezu komplett abgeheilt.

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